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Was tun, wenn Oma Pflege braucht?

Immer öfter stellen sich Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen die Frage, ob sie ihre Verwandten zu Hause in gewohnter Umgebung pflegen können oder diese in eine Pflegeeinrichtung umziehen müssen. In diesem Zusammenhang gibt es auch seit dem 01.01.2012 eine wesentliche Gesetzesänderung. Hierzu sollte man Folgendes wissen:

Wie kann ich die Pflegebedürftigkeit feststellen lassen?

Sie stellen einen formlosen Antrag bei der zuständigen Pflegekasse. Hierbei ist es hilfreich, wenn Sie anhand eines Pflegetagebuchs dokumentieren, welche Hilfe derzeit benötigt wird. Die Pflegekasse prüft die Voraussetzungen und übergibt die Unterlagen dann an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zur Erstellung eines Gutachtens über die Pflegebedürftigkeit.

Wie kann ich mich gegen Entscheidungen der Pflegekassen wehren?

Wenn Ihr Antrag auf Pflegeleistungen oder auf Höherstufung o.ä. von der Pflegekasse abgelehnt wird, können Sie gegen diesen Bescheid innerhalb eines Monats nach Zugang des Bescheides Widerspruch einlegen. Wird Ihrem Widerspruch nicht abgeholfen, also Ihrem ursprünglichen Antrag nicht stattgegeben, so können Sie gegen diesen Widerspruchsbescheid Klage vor dem Sozialgericht einreichen. Für ein solches Klageverfahren können Sie bzw. Ihr Anwalt Prozeßkostenhilfe beantragen, sofern die Voraussetzungen bei Ihnen vorliegen.

Kann ich mir freinehmen, wenn Oma akut Pflege braucht?

Nahe Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch ihrer Arbeit bis zu zehn Tagen fernzubleiben, wenn ein Familienmitglied akut zum Pflegefall wird und die Pflege selbst übernommen oder organisiert werden muss (sog. kleine Pflegezeit). Ist eine dauerhafte Pflege daheim erforderlich, so besteht die Möglichkeit auf vollständige oder teilweise Freistellung von der Arbeit für die Dauer von bis zu sechs Monaten mit der Option danach wieder auf den Arbeitsplatz zurück zu kehren (sog. große Pflegezeit). Auf die Zustimmung des Arbeitgebers kommt es in beiden Fällen nicht an. Allerdings kann die sog. große Pflegezeit nur in Firmen genommen werden, die mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigen. Während der Pflegezeiten wird kein Lohn gezahlt, aber der Pflegende ist weiter sozialversichert und es besteht ein besonderer Kündigungsschutz.

Kann ich meine Arbeitszeit zugunsten der Pflege reduzieren?

Seit dem 01.01.2012 gilt das Familienpflegezeitgesetz. Pflegende Angehörige können ihre Arbeitszeit maximal 2 Jahre lang auf bis zu 15 Stunden pro Woche reduzieren. Hierzu muss der Arbeitgeber aber zustimmen. Die Arbeitszeit kann dann auf 50 % reduziert werden bei 75 % des letzten Bruttoeinkommens. Dieses sog. Wertguthaben wird in der Nachpflegephase ausgeglichen, indem Sie wieder voll arbeiten und solange weiterhin nur 75 % ausbezahlt bekommen, bis das sog. Wertguthaben wieder ausgeglichen ist. Auch hier gilt ein besonderer Kündigungsschutz.

Dorrit Franze                                                                                                                                   

Rechtsanwältin

Fachanwältin für Strafrecht

Fachanwältin für Sozialrecht


info@kanzlei-franze.de